Aufführung „Kassandra“ im Mai 2007

Aufführung „Kassandra“ im Mai 2007

Der Trojanische Krieg in der Vorburg von Schloss Hardenberg
Die Theater-AG der Oberstufe des Langenberger Gymnasiums führte unter der Leitung von Angelika Stodt „Kassandra“ von Christa Wolf auf.

Die Erzählung Kassandra von Christa Wolf entführt den Leser in die mythologische und grausame Welt des antiken Troja, zu der rätselhaften Frauengestalt Kassandra. Die Erzählerin selbst befindet sich zu Beginn des Romans an dem Ort, an dem das Leben der Kassandra endet, und führt den Leser mit sich zu diesem Platz. Noch während sie sich an dem heute verfallenen Tor von Mykenae umsieht, verschmilzt das Ich der Erzählerin mit dem Ich der Seherin Kassandra, die nun in Erwartung ihres Todes ihr Leben, das Geschick Trojas und seiner Bewohner sowie den Beginn und Verlauf des Krieges überdenkt.

Kassandra Aufführung
Der Leser wird mitgerissen, springt über Jahrtausende hinweg in die Zeit des Krieges um Troja. Hier findet er sich allerdings nicht in einer Welt der homerschen Heroen wieder, sondern in einer Zeit des Krieges voll Gewalt und Zwang. Die Unglücksprophetin Kassandra erscheint als mutige und faszinierende Frau, während andererseits der größte Held der Griechen – Achill – zum widerwärtigen Vieh umgedeutet ist. So erhält die Erzählung den Charakter eines Gegenentwurfs zur klassischen Darstellung der antiken Helden, entlarvt die kriegerischen Denkstrukturen der Zerstörung und stellt ihnen ein friedliches Weltbild des Lebens gegenüber. Die Thematik des trojanischen Krieges wächst über ihre historische Dimension hinaus und wird zur Botschaft an den heutigen Leser, den die Seherin aus der Antike als verstehenden Adressaten sucht.

„So, dass neben dem Strom der Heldenlieder dies winzige Rinnsal, mühsam, jene fernen, vielleicht glücklicheren Menschen, die einst leben werden, auch erreichte.“ (Christa Wolf)

Die Theater-AG der Oberstufe des Langenberger Gymnasiums hat sich die Erzählung von Christa Wolf als Grundlage ihres aktuellen Projektes gewählt. Aus dem in Form eines Erinnerungsmonologes verfassten Roman wurde eine dramatisierte Bühnenfassung selbst entwickelt.

Geprobt wurde bereits seit den Osterferien, und die 18 Schauspielerinnen und Schauspieler waren mit viel Engagement dabei. Denn trotz des schweren Stoffes kam der Spaß in der Probenarbeit nicht zu kurz und die Gruppe übte, spielte, tanzte und experimentierte mit besonderer Begeisterung.

Die Theater-AG profitierte dabei von den Qualifikationen ihrer Spielleiterin Angelika Stodt, die zurzeit eine zweijährige Ausbildung zur Theaterpädagogin absolviert und ihre bereits erworbenen Kenntnisse und Ideen in dieses Projekt einfließen ließ. Die Aufführungen fanden am 02. und 03. März, und am 13. Mai 2007 in der Vorburg des Schlosses Hardenberg jeweils um 20:00 Uhr vor ausverkauftem Haus statt.


Bild der Aufführung Bild der Aufführung Bild der Aufführung