Aufführung „Der Feuervogel“ am 12.04.2016

Aufführung „Der Feuervogel“ am 12.04.2016

Nach der Musik von Igor Strawinsky
Kooperationsprojekt Gymnasium Langenberg / Musik- & Kunstschule Velbert
Choreografie: Gabriele Voigt / Cornelia N‘Jai

Schülerinnen der 6. und 7. Klassen, gefördert durch die Landesarbeitsgemeinschaft Tanz NRW, tanzten in der Wuppertaler Stadthalle Ausschnitte aus dem neuen Tanzprojekt, begleitet vom Sinfonieorchester Wuppertal.

Nach dem Erfolg des „Nussknackers“ – dem letzten Kooperationsprojekt des Gymnasiums Langenberg und der Musik- & Kunstschule Velbert im Jahr 2014, lag die Überlegung nahe, Tschaikowskis Ballett anlässlich der Wiedereröffnung des Bürgerhauses Langenberg im April 2016 erneut aufzunehmen. Da wir uns aber gerne neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen, suchten wir nach etwas Anderem. Unsere Wahl fiel auf den „Feuervogel“ von Igor Strawinsky. Und das kam so:

Phase 1 – Beginn mit den Schulklassen
Seit einigen Jahren nehmen die 5. Klassen des Gymnasiums Langenberg am Education-Programm des Sinfonieorchesters Wuppertal teil, mit dem Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildenden Schulen durch Orchestermusiker an konzertante Musik herangeführt werden. Das war der Ausgangspunkt der Idee: wäre es denkbar, im Konzert der Profis tänzerisch mitzuwirken? Es war! Nach gedanklichem Austausch mit dem Musiker Gerald Hacke, einem der Initiatoren des Education-Programmes, fiel die Entscheidung, das Schwierige zu wagen – tatsächlich kein leichtes Unterfangen angesichts einer höchst anspruchsvollen und vielschichtigen Musik und der Absicht, das Tanztheater für sehr junge Schülerinnen zu choreografieren.

So übten schließlich Schülerinnen der 6. und 7. Klassen (mittlerweile 7.und 8.) wöchentlich den „Tanz des Feuervogels“, das „Scherzo der Prinzessinnen“, den „Höllentanz“, die „Berceuse“ und den „Tod des Kastschej“. Im Juni 2015, nach dieser ersten Etappe unseres Projektes mit einer knapp viermonatigen Übungszeit war es endlich soweit: Begleitet von Frau Voigt (Choreografie), Frau Hoffmann (Maske des Feuervogels) und Frau Rottinghaus (Maske der Prinzessinnen), zwei Schülerinnen der Oberstufe – Amira (Frisuren der Prinzessinnen) und Katharina (Maske des Kastschej) und einer Mutter (Maske Monster), machten sich zwölf Tänzerinnen auf den Weg nach Wuppertal in die Historische Stadthalle.

Alle waren gespannt auf das Unbekannte: Passen die gespielten Tempi und die Dynamik? Wie gut hört man die Feinheiten in der Musik? Werden die Akzente genauso stark vom Orchester gesetzt, wie sie von der CD-Einspielung her bekannt sind? Sind die musikalischen Einsätze für die einzelnen tänzerischen Auftritte herauszuhören? Wie sehr beeinflusst das Publikum die Darbietungen, handelt es sich hier schließlich um Schülerinnen und Schüler fünfter Klassen, die ja bekanntlich nicht immer ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben?

Die vier Aufführungen in der Historischen Stadthalle Wuppertal überraschte alle!

  • Die Sinfoniker und die Zuschauer:
    Erstaunen und Anerkennung über die musikalisch-tänzerische Umsetzung der Suite durch die sehr jungen, wunderbar geschminkten Tänzerinnen in tollen Kostümen (Frau Hinn) und Requisiten (Herr Urmann).
  • Das Tanzensemble:
    Überwältigung angesichts eines fantastisch spielenden Orchesters, das alle Erwartungen übertraf und die Tänzerinnen durch die Stücke „trug“,
    Aufregung angesichts einer noch nie erlebten Situation und ganz sicher…
    Stolz über die Begeisterung und den Applaus der Zuschauer.

Schon bis hierhin eine Erfolgsgeschichte!

Phase 2 – Tanzklassen der Musik- & Kunstschule Velbert im Alter von 6 bis 16 Jahren kooperieren in diesem elementaren Tanztheaterprojekt.
Nun befinden wir uns in der zweiten Phase unseres Vorhabens: Wie „Der Nussknacker“ im Jahr 2014 soll zur Bürgerhaus – Eröffnung die Langfassung des „Feuervogel“ als Kooperation des Gymnasiums Langenberg und der Musik- & Kunstschule Velbert auf die Bühne gebracht werden.

Wir – Cornelia N’Jai und Gabriele Voigt – haben, Strawinskys „Feuervogel“ als ein komplettes zeitgenössisch/elementares Tanztheater choreografiert. Nach einem vor Projektbeginn entwickelten Konzept wird improvisiert, Bewegungssequenzen werden festgelegt, gefeilt und verbessert, geübt aber auch hier und da wieder verworfen. So entstehen die Choreografien. Das sensible Erfassen der musikalischen Vorlage steht bei unserem pädagogisch/ künstlerischen Vorgehen im Vordergrund.

Dazu studiert seit Schuljahresbeginn Cornelia N’Jai mit der Junior CW und den jüngsten Tanzkindern weitere Tänze und Rollen ein. Und auch die Tanz AG des Gymnasiums hat sich noch einmal zusammengefunden sowie zwei weitere Tanzklassen der M&KS unter Leitung von Gabriele Voigt. Tänze greifen schließlich in letzten gemeinsamen Proben ineinander und werden so als Gesamtchoreografie zusammengeführt. Das Finale tanzen traditionell alle Tänzerinnen beider Schulen gemeinsam.

Zur Geschichte
Zwei russische Volksmärchen vom guten Feuervogel und dem unsterblichen Kaiser Kastschej dienten als Grundlage für das Libretto, das Michel Fokine, einer der bedeutendsten Tänzer und Choreografen der Ballets Russes, schuf. Die Geschichte, in unserem Tanztheater erzählerisch begleitet durch Frau Stodt, handelt vom Ritter Iwan, der sich auf die Jagd begibt um den geheimnisumwitterten Feuervogel zu fangen. Der Prinz verirrt sich im Wald, überklettert schließlich eine Mauer, die sich plötzlich vor ihm erhebt und landet im Zaubergarten des unsterblichen Kaisers Kastschej. Magische Dinge passieren hier…

Zur Musik
„Der Feuervogel“, als Ballett in zwei Bildern konzipiert, wurde 1910 mit den Ballets Russes in Paris uraufgeführt. Das Werk machte den jungen Komponisten Igor Strawinsky über Nacht weltberühmt. Für die Tänzer war die Musik Strawinskys eine große Herausforderung. Niemals zuvor hatte es eine Ballettmusik mit solch komplizierten Rhythmen gegeben. Die musikalische Grundlage für „unseren Feuervogel“ bilden Teile der Originalfassung von 1910 sowie die Bearbeitung von 1945. Allerdings wird es keine live gespielte Begleitung geben. Die Komposition ist hoch emotional und vielschichtig und für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Dank der einprägsamen Bilder weckt die Musik jedoch die Phantasie in besonderem Maße, so dass die Schülerinnen mitunter eher gebremst als aufgefordert werden müssen.

Der Feuervogel wurde am Dienstag, 12.04.2016 in unterschiedlichen Besetzungen zweimal gezeigt, um 17:00 Uhr und 19:30 Uhr.


Fotos mit freundlicher Genehmigung durch:
© Corneel Voigt, Fotograf DGPh